Wird Energie zum Luxusartikel für Wohlhabende?

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Wird Energie zum Luxusartikel für Wohlhabende?

Freie Wähler fordern klare Informationspolitik von Land und Bund 

Im Mittelpunkt des Wahljahres 2013 stehen derzeit die Diskussionen im Hinblick auf die Energiewende bis 2020 mit Schwerpunkt alle Atomkraftwerke zu diesem Zeitpunkt abzuschalten die derzeit noch rd. 23 % der Energie erzeugen. Ohne Frage stehen auch die Freien Wähler positiv der Energiewende gegenüber, bemängeln aber, dass dies ohne ausgereifte Konzepte und ohne klare Angaben gegenüber den Bürgerinnen und Bürgern im Hinblick auf die Kosten geschehen ist. So wird während anderthalb Jahren, ausgelöst durch die Atomkatastrophe in Japan, eine Politik betrieben, die zu Lasten der Normalverbraucher geht und Energie zu einem teuren Luxusgut werden lässt. Allein die Tatsache, dass die vergütete Menge an Strom für erneuerbare Energien von 2005 mit rd. 44000 Gigawattstunden auf mittlerweile 135000 Gigawattstunden angestiegen ist zeigt, dass dieser vergütete Strom von den Stromerzeugern auf die Bürgerinnen und Bürger umgelegt wird. Die Beschlüsse, Industrieunternehmen mit hohem Energieverbrauch hier außen vor zu lassen, ist für die Freien Wähler nachvollziehbar, da tausende von Arbeitsplätzen in Gefahr wären, jedoch sollte auch hier deutlich gesagt werden, dass dies zu Lasten der Normalverbraucher geht. Dass die Kosten für die Energiewende über eine Umlage auf den Strompreis erhoben werden, hat mittlerweile jeder Haushalt sehr deutlich zu spüren bekommen. Die Nachricht, dass sich die Umlage für erneuerbare Energien in 2013 wieder deutlich erhöhen wird, folgt die Ankündigung, dass auch die Netzentgelte infolge der Energiewende bis zu 42% steigen werden. Als geradezu abenteuerlich finden die Freien Wähler die Absicht der Bundesregierung, die Einführung einer neuen Offshoreumlage mit der die Verbraucherinnen und Verbraucher dann auch für die Entschädigungsansprüche von Windkraftbetreibern eintreten sollen. Also Windparkanlagen, die in Windeseile in der Nordsee errichtet wurden jedoch nicht ans Netz gehen können weil die notwendigen Stromleitungen fehlen. Vollkommen unausgegoren ist auch die Situation wie zu Spitzenlasten (beispielsweise in der Mittagszeit) der erhöhte Energiebedarf durch erneuerbare Energien gedeckt werden soll. Pläne gehen dahin, dass dies durch Biogaskraftwerke geschehen soll in denen - wie beispielsweise in der neuen Biogasanlage in Wölfersheim - Mais in riesigen Mengen verarbeitet wird um Strom zu erzeugen. Schon in der Vergangenheit gab es hierzu entsprechende Gutachten wie sich dies auf die Lebensmittelpreise - und nicht nur deutschlandweit sondern auch weltweit- auswirken wird. Daß die Landwirte höhere Preise für ihre Produkte erzielen können ist die eine Seite; andererseits haben Millionen Menschen nicht genug Nahrungsmittel oder können diese nicht mehr bezahlen. Das ist die traurige Bilanz dieser sogenannten Energiewende. Während täglich in aller Welt tausende Menschen an Hunger sterben, verheizen wir Nahrungsmittel wie Weizen, Raps u.a. um Energie zu erzeugen.              

Fakt ist ferner, dass der beschleunigte und nicht durchdachte Ausstieg aus der Kernenergie        dazu führt, dass Deutschland vom Stromexporteur zum Stromimporteur wird. Dies wird schlichtweg den Bürgerinnen und Bürgern verschwiegen. Hier sollte man sehr deutlich zum Ausdruck bringen, dass unsere benachbarten Länder, von denen wir jetzt schon Strom beziehen, diesen größtenteils mit Atomkraftwerken erzeugen. Nicht nur dies sondern auch die Tatsache, dass einige Länder neue Atomkraftwerke planen von denen wir wahrscheinlich in Zukunft notwendige Energie beziehen müssen, sollte der Bevölkerung sehr deutlich vor Augen geführt werden. Dass eine der größten Industrienationen der Welt Maßnahmen ergreifen muß um die Unabhängigkeit der Energieversorgung durch andere Länder  zu gewährleisten ist klar aber nicht in diesem Tempo und vollkommen konzeptionslos und darüber hinaus noch für viele Bürgerinnen und Bürger unseres Landes unbezahlbar. In Zukunft wird entscheidend sein, ob der Wind weht oder nicht, ob die Sonne scheint oder nicht und ob genügend Biomasse -sprich Getreide- zur Verfügung steht. Eine insgesamt bedauerliche Entwicklung, so Kreistagsmitglied Bernd Witzel als Vorsitzender des Arbeitskreises Umwelt/Energie.

Dass jetzt in Nordhessen 800 Windkrafträder der neuen Generation mit einer Höhe von bis zu 200 m aufgestellt werden, rundet das gesamte Paket ab. Die hier notwendigen  Vorratsflächen, nämlich 2 % der Landflächen Hessens, stehen aufgrund verschiedenster Berücksichtigungen im Hinblick auf Flugverkehr oder Naturschutz nicht zur Verfügung, so daß diese Windkraftmonster mitten in den Wäldern aufgestellt werden und somit auch das gesamte Landschaftsbild negativ beeinflussen. Ob eine „Verspargelung“ oder besser gesagt eine Verunstaltung unserer Landschaft in dieser Form von den Bürgerinnen und Bürgern akzeptiert wird, bleibt abzuwarten zumal sich derzeit schon einige Bügerinitiativen gegen diesen undurchdachten und unkontrollierten Wahnsinn wehren.

Abschließend fordern die Freien Wähler, die Bürgerinnen und Bürger durch wahrheitsgemäße und zeitnahe Informationen auf dem Weg zur Energiewende mitzunehmen und nicht –wie jetzt zu beobachten- durch fadenscheinige politische Aussagen den Eindruck zu erwecken, dass allesnach Plan läuft und auch in Zukunft die Energie für alle bezahlbar bleibt.  

(gez. Bernd Witzel)

Kreistagsabgeordneter

 

 

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