Politik für behinderte Menschen erlebbar und begreifbar machen

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Politik für behinderte Menschen erlebbar und begreifbar machen

Besuch der FREIEN WÄHLER bei der Behinderteneinrichtung Rauher Berg e.V.

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Inklusion wird als Recht auf die Gleichberechtigte Teilhabe an der Gemeinschaft ohne Rücksicht auf jede Form der Andersheit verstanden. Durch sein Wahlrecht ist ein Mensch mit Behinderung daher auch bei Wahlen Menschen ohne sichtbare Behinderung gleichgestellt. Die  Einrichtung für erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung Rauher Berg e.V. sucht daher anlässlich der bevorstehenden Wahlen nun den Kontakt zu allen politischen Parteien. Den Auftakt gestalteten die FREIEN WÄHLER. Vertreter aus Büdingen, Ortenberg und dem Kreis trafen sich mit Vertretern der Einrichtung zu einem informierenden Gespräch. Zunächst zeigten Herr Jones (Sozialer Dienst) und Herr Krebs-Thieme (Bereichsleitung Wohnen) die Einrichtung. Zum Rauhen Berg gehören mehrere Wohngebäude und Werkstätten.

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Vorgestellt wurde die Weberei und  die Verpackungswerkstätten. Spürbar war das hier Menschen mit Hilfebedarf ein Gefühl der Sicherheit und Geborgenheit in familienähnlicher Atmosphäre geboten wird. Zurzeit werden rund 90 Menschen in stationären, begleiteten und offenen Wohnformen betreut. Nach der Führung trafen sich die politischen Vertreter mit Vertretern des Heimbeirates, dem Werkstattrat und interessierten Bewohnern zu einer Gesprächsrunde unter der Leitung von Jones.

Zu Beginn des Gespräches gab es für die FREIEN WÄHLER die Möglichkeit sich vorzustellen. Auf dies Weise bekamen die Bewohner Einblicke in die Arbeit und Zielsetzungen der FREIEN WÄHLER. Als Landtagskandidat erklärte Ulrich Majunke, dass die FREIEN WÄHLER  bisher als regionale Kraft sehr erfolgreich gearbeitet hat. Um mehr Einfluss auf Landes- und Bundesebene für die Belange der Städte und Gemeinden zu bekommen, treten die FREIEN WÄHLER  nun auch bei der Landes- und Bundestagswahl an. Um Politik hautnah miterleben zu können, äußerte eine Bewohnerin den Wunsch, ein Praktikum in der Politik machen zu dürfen. Aufgrund der ehrenamtlichen Tätigkeit kommunaler Politiker ist dieser Wunsch nur schwer zu erfüllen. Allerdings versprachen die FREIEN WÄHLER sich um Praktikumsplätze in der Verwaltung zu bemühen. Ebenfalls sprachen sie die Einladung aus, dass Bewohner an Wahlinfoständen hospitieren. Menschen mit Behinderungen haben wie andere Bürger/innen auch die Möglichkeit, ihre Interessen selbst in Parteien, Parlamenten und anderen öffentlichen Gremien zu vertreten, so die FREIEN WÄHLER. Daher wolle man in Zukunft gerne interessierte Bewohner der Einrichtung zu öffentlichen Ausschusssitzungen einladen. Spontan sprach die FWG Vorsitzende Sabine Kraft-Marhenke eine Einladung zum nächsten Stadtgespräch der FWG-Büdingen aus. Eine weitere Bitte war, Wahlprogramme für Menschen mit Behinderung in leichter Sprache zu verfassen. Bei Wahlen wünsche man sich von den Wahlhelfern, dass diese sich die Zeit nehmen, die Wahlzettel zu erklären. Ein großes Anliegen der Menschen mit Behinderung ist die Entwicklung hin zur Öffnung auf dem ersten Arbeitsmarkt. Nicht alle behinderten Menschen sind mit der Arbeit in den speziellen Werkstätten glücklich, fühlen sich dort wieder in eine abgeschlossene, kleine Welt verwiesen. Inzwischen gibt es Modelle, die zeigen, wie Behinderte an individuell gestalteten Arbeitsplätzen im Außenbereich, oft auch auf dem ersten Arbeitsmarkt, den Anforderungen gerecht werden, mehr noch, ihre Fähigkeiten weiterentwickeln. Im Zugang zum Arbeitsmarkt sehen viele der Bewohner den größten Schritt Richtung Teilhabe an der Gesellschaft. Aktuell suchen drei Bewohner Praktikumsplätze im Landschaftsbau, im Einzelhandel und im Kindergarten. Da die Kommune wenig Einfluss auf die Wirtschaft und den damit zusammenhängenden Arbeitsmarkt hat, sah die FWG politisch hier wenig Handlungsspielraum. Sie versprach den Bewohnern ihr Anliegen in den Gewerbe- und Verkehrsverein einzubringen. Vielleicht ergebe sich die Möglichkeit dass ein Vertreter des Rauhen Berges in einer der nächsten Sitzungen dieses Anliegen vorträgt. Mit öffentlichen Verkehrsmitteln mobil sein, um am gesellschaftlichen Leben im Umkreis teilhaben zu können, ist ein weiterer Wunsch der ganz oben auf der Wunschliste steht. Hier versprach die Kreis FW sich in entsprechenden Gremien für einfache Fahrpläne sowie freie oder reduzierte Fahrpreise für Menschen mit Behinderung einzusetzen.

Leider verging die Zeit zu schnell. Nicht alle Fragen konnten geklärt werden. Daher versprach die FREIEN WÄHLER weitere Fragen gerne per Mail zu beantworten. Dieses Angebot wurde von den Bewohnern gerne angenommen. In seinen Schlussworten ging Jones auf die gelebte Inklusion in Büdingen ein und hob in diesem Zusammenhang das Cafe la Porta hervor. Für dieses habe sich auch Bürgermeister Spamer immer stark gemacht. Allerdings vermisse er auf der Webseite der FWG-Büdingen das Themenfeld Inklusion. Darauf erwiderte Ulrich Majunke: „Inklusion wird bei den Freien Wählern gelebt, nicht geschrieben!“.

k_p

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Wetteraukreis

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