Auf den Spuren der Anthroposophie

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FREIE WÄHLER Wetterau auf den Spuren der Anthroposophie

Eine Delegation derFREIEN WÄHLER Wetterau besuchten vergangenen Freitag die Lebensgemeinschaft Bingenheim.

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Ronald Berg, Jochen Pucher, Laura Macho, Gerline Müller, Rebecca Scholz, Otmar Lich

„Wir sind eine Einrichtung der Eingliederungshilfe auf anthroposophischer Grundlage mit Heimsonderschule, verschiedenen Wohngruppen bzw. Wohngemeinschaften und Werkstätten für seelenpflegebedürftige Menschen, stellt Jochen Pucher der Geschäftsführer die Lebensgemeinschaft kurz und knapp vor.

Auf die fragenden Gesichter in der Runde holt er etwas weiter aus und beginnt mit einer Exkursion in die Anthroposophie, das Leitbild der Einrichtung. „Das anthroposophische Menschenbild Rudolf Steiners steht auf der Grundlage der Gleichwertigkeit aller menschlichen Individualitäten.“

Es war im Jahr 1950, als sich eine kleine Gruppe auf den Weg von Rittershain bei Bebra nach Bingenheim aufmachte. Es war eine Gruppe überzeugter Menschen, die nach den heilpädagogischen und sozialtherapeutischen Grundsätzen des Anthroposophen Rudolf Steiner Kindern und jungen Erwachsenen mit einer geistigen Beeinträchtigung ein Zuhause geben wollte. Es sollte kein Heim sein, sondern etwas anderes: eine Lebensgemeinschaft. In Rittershain wurde es schnell zu eng und so mietete man vom Land Hessen das leerstehende Schloss im Echzeller Ortsteil Bingenheim. Aus dem „Heil- und Erziehungsinstitut für Seelenpflegebedürftige Kinder“ ist im Laufe der vergangenen 60 Jahre ein Lebensort für Menschen mit und ohne Behinderung geworden. Im Mittelpunkt steht die Erkenntnis, dass es zwar für manche Menschen Beeinträchtigungen geben kann, der geistige Kern, die individuelle Persönlichkeit eines Menschen aber nie krank ist. Nach den Ideen von Rudolf Steiner wird den Seelenpflegebedürftigen Menschen dabei geholfen, ihre eigenen Begabungen, ihre Fähigkeiten zu entwickeln. „Wir möchten eine Art Steigbügel für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit bieten“, erklärt Jochen Pucher. Nachdem auch das Bingenheimer Schloss zu eng wurde, entschied man sich in den 70er Jahren in unmittelbarer Nähe des Schlosses ein Werkstatthof zu errichten.

Die Werkstatt gliedert sich in die Bereiche Schreinerei, Kerzenzieherei, Weberei und Töpferei.Der Garten und die Landwirtschaft, als auch die Käserei, arbeiten auf der Grundlage der biologisch-dynamischen Wirtschaftsweise.Der Saatgutbetrieb ist mittlerweile so groß geworden, dass er ausgegliedert wurde und nun eine kleine Aktiengesellschaft ist.

„In unserer Töpferei werden aus der selbst aufbereiteten Steinzeugmasse in erster Linie Gefässkeramiken gefertigt“ erläutert Pucher, der im Übrigen auch selbst gelernter Keramiker ist.„Das Zusammenwirken vieler verschiedener Menschen ist charakteristisch für unsere Einrichtung, somit finden Menschen mit und ohne Behinderung in der handwerklichen Herausforderung ihre Gemeinsamkeit“ erzählt Puchert weiter.

Die Lebensgemeinschaft Bingenheim gibt Menschen mit einer geistigen Behinderung ein Zuhause. Wobei der Begriff „geistige Behinderung“ nur selten verwendet wird. „Für uns sind es nicht behinderte Menschen. Wir sagen lieber Seelenpflege bedürftige Menschen.“

Plötzlich kommt auf die Delegation der FREIEN WÄHLER ein Mann aus der Bäckerei zugestürmt um jeden persönlich mit Handschlag zu begrüßen. Der Landtagskandidat der FREIEN WÄHLER Ronald Berg zögert noch kurz, reicht ihm dennoch freundlich lächelnd die Hand.

Die Lebensgemeinschaft Bingenheim ist längst ein fester Bestandteil der Dorfgemeinschaft Bingenheim. „Es gibt schon lange keine Berührungsängste mehr. Ganz im Gegenteil. Schloss und Dorf sind eine große Gemeinschaft und das funktioniert hervorragend“. Jochen Pucher erwähnt auch nicht ganz ohne Stolz, dass die Lebensgemeinschaft Bingenheim mittlerweile Echzells größter Arbeitgeber ist. 220 Arbeitsplätze sind für einen Ort wie Bingenheim mit seinen 1.600 Einwohnern eine ganze Menge.

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Vor der neuen Mehrzweckhalle

Die von der Lebensgemeinschaft neu errichtete Mehrzweckhalle soll eine Begegnungsstätte werden, betonte Pucher. Ein Ort, an dem Veranstaltungen stattfinden, die sowohl von der Dorfbevölkerung als auch von den Bewohnern der Einrichtung besucht werden. Bei einem Rundgang durch die Einrichtung konnten die FREIEN WÄHLER die neue Halle auch in Augenschein nehmen.Ganz neu hinzugekommen sind ferner eine Küchenverarbeitungswerkstatt die demnächst auch Catering anbieten soll, die Bäckerei und ein Hochseilgarten. Ob man denn auch von ausserhalb den Klettergarten nutzen könnte, fragt die Kreistagsabgeordnete Laura Macho (FREIE WÄHLER) und bekommt prompt die Antwort: „Selbstverständlich steht unser Haus jedermann Rahmen der Inklusion offen“ es soll dafür bald ein Konzept geben.

k_p

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